30. Juli 2026

Medizintechnik-Ausschreibungen finden: öffentliche Aufträge für Medizintechnik und Klinikbedarf in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Medizintechnik-Ausschreibungen finden: öffentliche Aufträge für Medizintechnik und Klinikbedarf in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Wie finde ich Medizintechnik-Ausschreibungen der öffentlichen Hand?

„Wo finde ich die Ausschreibungen für unsere Geräte, und warum liefert die Suche nach ‚Medizintechnik‘ so wenig Brauchbares?“ Medizintechnik-Ausschreibungen finden Sie über die Vergabeportale der Kliniken und Auftraggeber, in Deutschland und Österreich oberhalb der EU-Schwelle zusätzlich im EU-Amtsblatt. Suchen Sie dort nach den CPV-Codes der Abteilung 33 und nach den Namen Ihrer Produkte. Das Wort „Medizintechnik“ allein findet auch Unpassendes. Der Artikel kommt von aufträge.io, der Entscheidungsplattform für öffentliche Aufträge in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Am 04.10.2026 fand die Volltextsuche nach „Medizintechnik“ 14 laufende Ausschreibungen. Darunter war eine Catering-Dienstleistung einer Hochschule, deren Titel in Klammern „Medizintechnik im Wandel“ nennt (Quelle: aufträge.io-Datenbank, Momentaufnahme vom 04.10.2026). Der Markt dahinter ist größer: In der aufträge.io-Datenbank stehen für die Berufsgruppe Gesundheit und Medizin 60.750 Ausschreibungen und 35.051 Vergaben aus Deutschland, 8.598 und 5.912 aus Österreich sowie 2.076 und 1.316 aus der Schweiz (Quelle: aufträge.io-Datenbank, alle Jahre, Stand 04.10.2026).

Medizintechnik-Ausschreibungen sind öffentliche Aufträge über Medizinprodukte und medizinische Geräte, über Klinikbedarf und Verbrauchsmaterial sowie über Wartung und Reparatur medizinischer Einrichtungen. Rechtlich sind es in Deutschland Liefer- oder Dienstleistungsaufträge (§ 103 Abs. 2 und 4 GWB). Was ein Medizinprodukt ist, regelt die EU-Medizinprodukteverordnung: ein Instrument, Apparat, Gerät, eine Software, ein Implantat, Reagenz, Material oder anderer Gegenstand, der nach Angabe des Herstellers für Menschen bestimmt ist und einen medizinischen Zweck erfüllen soll, etwa Diagnose, Überwachung oder Behandlung von Krankheiten, und dessen Hauptwirkung im oder am menschlichen Körper weder pharmakologisch, immunologisch noch metabolisch erreicht wird (Art. 2 Nr. 1 Verordnung (EU) 2017/745).

Dieser Artikel richtet sich an Hersteller und Händler von Medizintechnik, an Anbieter von Klinikbedarf und Laborausstattung und an Servicefirmen für medizinische Geräte, die öffentliche Aufträge in Deutschland, Österreich oder der Schweiz gewinnen wollen. Er ist für Geschäftsführer und Vertrieb geschrieben, für Bid-Management, für die Produkt- und Anwendungsspezialisten, die das technische Angebot schreiben, für Juristen und für die kaufmännische Leitung. Die Fachbegriffe erklärt der nächste Abschnitt. Was der Artikel für Ihre Rolle heißt, steht in einer eigenen Tabelle.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine Marktübersicht für Bieter und keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die verlinkten amtlichen Texte in der jeweils geltenden Fassung. Rechtsstand 04.10.2026, Plattformzahlen mit Stichtag im Text.

Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen:

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Ausschreibungen im Gesundheitswesen: die wichtigsten Begriffe

Wer zum ersten Mal ein Angebot an ein Krankenhaus der öffentlichen Hand schreibt, trifft auf zwei Vokabulare: das Vergaberecht und das Medizinprodukterecht. Diese Tabelle erklärt die wichtigsten Begriffe des Artikels, mit der Fundstelle, wo es eine gibt.

Tabelle: Begriffe aus Vergabe und Medizinprodukterecht

BegriffWas er bedeutetFundstelle
Öffentlicher AuftragEntgeltlicher Vertrag zwischen einem öffentlichen Auftraggeber und einem Unternehmen über die Beschaffung von Leistungen. Die Beschaffung von Waren wie Geräten und Verbrauchsmaterial ist ein Lieferauftrag, Wartung und Reparatur sind Dienstleistungsaufträge.§ 103 Abs. 1, 2 und 4 GWB
CPV-CodeNummer aus dem Gemeinsamen Vokabular für öffentliche Aufträge, einem einheitlichen Klassifikationssystem, mit dem Auftraggeber den Auftragsgegenstand beschreiben.Verordnung (EG) Nr. 213/2008, Erwägungsgrund 1
Oberschwelle und UnterschwelleErreicht der geschätzte Auftragswert ohne Umsatzsteuer den EU-Schwellenwert, gilt das EU-weite Vergaberecht (Oberschwelle). Unterhalb davon liegt die Unterschwelle.§ 106 Abs. 1 GWB
Offenes VerfahrenDer Auftraggeber fordert eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmen öffentlich zur Abgabe von Angeboten auf.§ 119 Abs. 3 GWB
TeilnahmewettbewerbVorstufe vor dem Angebot: Der Auftraggeber fordert öffentlich zur Teilnahme auf und wählt nach objektiven, transparenten und nichtdiskriminierenden Kriterien die Unternehmen aus, die er zur Abgabe von Angeboten auffordert.§ 119 Abs. 4 GWB
VerhandlungsverfahrenDer Auftraggeber wendet sich an ausgewählte Unternehmen, um mit einem oder mehreren von ihnen über die Angebote zu verhandeln.§ 119 Abs. 5 GWB
EignungskriterienSie entscheiden, welche Unternehmen für den Auftrag geeignet sind. Sie betreffen ausschließlich die Befähigung und Erlaubnis zur Berufsausübung, die wirtschaftliche und finanzielle sowie die technische und berufliche Leistungsfähigkeit.§ 122 Abs. 2 GWB
ZuschlagskriterienSie entscheiden, welches Angebot gewinnt. Kriterien und Gewichtung müssen in der Auftragsbekanntmachung oder den Vergabeunterlagen stehen.§ 127 Abs. 1 und 5 GWB
RahmenvereinbarungVereinbarung, die die Bedingungen für die Aufträge festlegt, die während eines bestimmten Zeitraums vergeben werden sollen, insbesondere den Preis. Die Aufträge daraus heißen Einzelaufträge.§ 103 Abs. 5 GWB, § 21 Abs. 2 VgV
LosTeil eines Auftrags: in der Menge aufgeteilt (Teillos) oder getrennt nach Art oder Fachgebiet (Fachlos).§ 97a Abs. 1 GWB
BietergemeinschaftMehrere Unternehmen geben gemeinsam ein Angebot ab. Sie sind wie Einzelbieter zu behandeln.§ 43 Abs. 2 VgV
EignungsleiheEin Bieter nimmt für seine Leistungsfähigkeit die Kapazitäten anderer Unternehmen in Anspruch.§ 47 Abs. 1 VgV
BieterfrageFrage eines Unternehmens an den Auftraggeber während der Angebotsfrist. Die Verordnung spricht von zusätzlichen Informationen.§ 20 Abs. 3 Nr. 1 VgV
VergabebekanntmachungMitteilung über den vergebenen Auftrag, die der Auftraggeber oberhalb der EU-Schwelle spätestens 30 Tage nach der Vergabe an das Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union übermittelt.§ 39 Abs. 1 VgV
TED„Online-Version des ‚Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union‘ für das europäische öffentliche Auftragswesen“ted.europa.eu
MedizinproduktInstrument, Apparat, Gerät, Software, Implantat, Reagenz, Material oder anderer Gegenstand, der nach Angabe des Herstellers für Menschen bestimmt ist, einen medizinischen Zweck erfüllen soll und seine Hauptwirkung weder pharmakologisch, immunologisch noch metabolisch erreicht (Abgrenzung zum Arzneimittel).Art. 2 Nr. 1 Verordnung (EU) 2017/745
CE-KennzeichnungKennzeichnung, die Produkte tragen, die als den Anforderungen der Medizinprodukteverordnung entsprechend betrachtet werden; ausgenommen sind Sonderanfertigungen und Prüfprodukte.Art. 20 Abs. 1 Verordnung (EU) 2017/745
RisikoklasseMedizinprodukte werden nach Zweckbestimmung und Risiko in die Klassen I, IIa, IIb und III eingestuft.Art. 51 Abs. 1 Verordnung (EU) 2017/745
Benannte StelleKonformitätsbewertungsstelle, die nach der Medizinprodukteverordnung benannt wurde.Art. 2 Nr. 42 Verordnung (EU) 2017/745
KonformitätsbewertungsstelleAkkreditierte Stelle, die Konformitätsbewertungstätigkeiten durchführt; ihre Bescheinigungen, etwa Testberichte oder Zertifizierungen, kann der Auftraggeber als Beleg verlangen.§ 33 Abs. 1 und 3 VgV
BestandslieferantDas Unternehmen, das den Vertrag derzeit hält. Sprachgebrauch der Bieter, kein Begriff des Gesetzes.

Die Rechtsstellen zum Vergaberecht betreffen Deutschland oberhalb der EU-Schwelle. Die Medizinprodukteverordnung gilt in allen EU-Mitgliedstaaten unmittelbar, also in Deutschland und Österreich (Verordnung (EU) 2017/745, Schlussformel nach Art. 123). Die Regeln für Österreich und die Schweiz stehen in den Tabellen der folgenden Abschnitte.

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Wie groß ist der Markt für Medizintechnik-Ausschreibungen?

Die aufträge.io-Datenbank führt für die Berufsgruppe Gesundheit und Medizin 60.750 Ausschreibungen und 35.051 Vergaben aus Deutschland, dazu 8.598 und 5.912 aus Österreich sowie 2.076 und 1.316 aus der Schweiz. Die Berufsgruppe ist breiter als Medizintechnik: Unter ihren Auftraggebern mit den meisten Bekanntmachungen stehen Krankenkassen und Forschungseinrichtungen, unter den Unternehmen mit den meisten Zuschlägen in Deutschland auch Arzneimittelhersteller.

Tabelle: Berufsgruppe Gesundheit und Medizin in der aufträge.io-Datenbank

LandAusschreibungen gesamtVergaben gesamtAuftraggeber mit BekanntmachungenAusschreibungen 2025Vergaben 2025
Deutschland60.75035.0514.6765.0073.177
Österreich8.5985.9125627541.194
Schweiz2.0761.316520297228

Quelle: aufträge.io-Datenbank, Stand 04.10.2026; „gesamt“ sind alle erfassten Jahre. Die aufträge.io-Datenbank ordnet Bekanntmachungen Berufsgruppen zu, ein Auftrag kann in mehreren Gruppen stehen.

Wie breit die Gruppe ist, zeigen die Auftraggeber mit den meisten Bekanntmachungen. In Deutschland stehen dort Krankenkassen wie die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland (2.075 Ausschreibungen) und Forschungseinrichtungen wie die Fraunhofer-Gesellschaft (1.132) und die Max-Planck-Gesellschaft (1.060). In Österreich führen die Stadt Wien (1.140), die Gemeinnützige Salzburger Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH (644), die Österreichische Gesundheitskasse (382), die NÖ Landesgesundheitsagentur (298) und die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft m.b.H. (261). In der Schweiz sind es unter anderem die Centrale d'achats et d'ingénierie biomédicale des hôpitaux universitaires Vaud-Genève (159), die École Polytechnique Fédérale de Lausanne (108) und das Universitätsspital Zürich (84) (Quelle: aufträge.io-Datenbank, alle Jahre, Stand 04.10.2026).

Die Vergabestatistik des Bundeswirtschaftsministeriums für 2024 nennt je CPV-Abteilung nur die Zahl der Nennungen, kein Volumen, und nur für die zehn meistgenannten Abteilungen. Die Abteilung 33 gehört nicht dazu. Die Abteilung 38 „Laborgeräte, optische Geräte und Präzisionsgeräte (außer Gläser)“ steht mit 6.251 Nennungen auf Rang 8; insgesamt zählt die Statistik 245.907 Nennungen (Tabelle 9.1.1).

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Welche CPV-Codes gelten für Medizintechnik?

Der CPV-Code für Medizintechnik ist 33100000-1 „Medizinische Geräte“, Teil der Abteilung 33000000-0 „Medizinische Ausrüstungen, Arzneimittel und Körperpflegeprodukte“. Für Verbrauchsmaterial gilt 33140000-3 „Medizinische Verbrauchsartikel“, für die Wartung 50400000-9 „Reparatur und Wartung von medizinischen Geräten und Präzisionsgeräten“. Die Codes stammen aus dem Gemeinsamen Vokabular für öffentliche Aufträge, Verordnung (EG) Nr. 213/2008, Anhang I.

Tabelle: Ausgewählte CPV-Codes für Medizintechnik und Klinikbedarf

CPV-CodeAmtliche Bezeichnung
33000000-0Medizinische Ausrüstungen, Arzneimittel und Körperpflegeprodukte
33100000-1Medizinische Geräte
33110000-4Bildgebungsausrüstung für medizinische, zahnärztliche und tiermedizinische Anwendungen
33111000-1Röntgengeräte
33112000-8Echo-, Ultraschall- und Dopplerbildgebungsausrüstung
33113000-5Magnetresonanz-Bildgebungsgeräte
33115000-9Ausrüstung für Tomografie
33120000-7Aufzeichnungssysteme und Untersuchungsgeräte
33123000-8Herz-Kreislauf-Ausrüstung
33140000-3Medizinische Verbrauchsartikel
33157000-5Ausrüstung für Sauerstofftherapie und Beatmungsgeräte
33160000-9Operationstechnik
33168000-5Ausrüstung für Endoskopie und Endochirurgie
33169000-2Chirurgische Instrumente
33190000-8Verschiedene medizinische Geräte und Produkte
33192230-3Operationstische
33195100-4Monitoren
33196000-0Medizinische Hilfsmittel
38000000-5Laborgeräte, optische Geräte und Präzisionsgeräte (außer Gläser)
38434000-6Analysatoren
48814000-7Medizinische Informationssysteme
50400000-9Reparatur und Wartung von medizinischen Geräten und Präzisionsgeräten
50421000-2Reparatur und Wartung von medizinischen Einrichtungen

Ein Code reicht nicht. An die deutsche Vergabestatistik ist ein CPV-Code verpflichtend zu melden, ein zweiter oder dritter ist freiwillig (Vergabestatistik 2024, Tabelle 9.1.1, Fußnote). Die beiden Beispiele dieses Artikels stehen unter Untercodes: Die Charité meldete ihre Vitalzeichenmonitore unter 33195100-4 „Monitoren“ (TED 663388-2023), die Salzburger Landeskliniken ihre OP-Tischsysteme unter 33192230-3 „Operationstische“ (TED 341862-2023). Wer nur nach dem genauen Code 33100000-1 filtert und die Untercodes nicht einschließt, sieht keinen der beiden Aufträge.

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Welche Nachweise verlangt eine Medizintechnik-Ausschreibung? MDR, CE und Bemusterung

Eine Ausschreibung kann zwei Arten von Nachweisen verlangen: Eignungsnachweise über Ihr Unternehmen und Nachweise über das angebotene Produkt. Die Medizinprodukteverordnung (MDR) legt fest, was ein Produkt für den EU-Markt braucht. Das Vergaberecht legt fest, was der Auftraggeber im Verfahren verlangen darf.

Was die Medizinprodukteverordnung verlangt

Medizinprodukte werden unter Berücksichtigung ihrer Zweckbestimmung und der damit verbundenen Risiken in die Klassen I, IIa, IIb und III eingestuft (Art. 51 Abs. 1 MDR). Bevor Hersteller ein Produkt in Verkehr bringen, führen sie eine Bewertung der Konformität durch (Art. 52 Abs. 1 MDR). Für Produkte der Klasse I erklären Hersteller die Konformität durch eine EU-Konformitätserklärung; bei sterilen Produkten, Produkten mit Messfunktion und wiederverwendbaren chirurgischen Instrumenten ist eine Benannte Stelle für bestimmte Aspekte beteiligt (Art. 52 Abs. 7 MDR). Mit Ausnahme von Sonderanfertigungen und Prüfprodukten tragen Produkte, die als den Anforderungen der Verordnung entsprechend betrachtet werden, die CE-Kennzeichnung (Art. 20 Abs. 1 MDR).

Für Produkte mit einer Bescheinigung nach den früheren Richtlinien gelten Übergangsfristen. Sie dürfen unter den Bedingungen des Art. 120 Abs. 3c MDR bis 31. Dezember 2027 in Verkehr gebracht werden, wenn es Produkte der Klasse III oder bestimmte implantierbare Produkte der Klasse IIb sind, und bis 31. Dezember 2028 bei den übrigen Produkten der Klasse IIb, bei Produkten der Klasse IIa und bei sterilen Produkten oder Produkten mit Messfunktion der Klasse I (Art. 120 Abs. 3a MDR). In Deutschland dient das Medizinprodukterecht-Durchführungsgesetz der Durchführung und Ergänzung der Verordnung (§ 1 MPDG).

Was der Auftraggeber im Vergabeverfahren verlangen darf

In Deutschland kann der Auftraggeber oberhalb der EU-Schwelle als Beleg, dass eine Leistung den Merkmalen der Leistungsbeschreibung entspricht, die Vorlage von Bescheinigungen einer Konformitätsbewertungsstelle verlangen, „insbesondere Testberichten oder Zertifizierungen“. Verlangt er die Bescheinigung einer bestimmten Stelle, hat er auch Bescheinigungen gleichwertiger anderer Stellen zu akzeptieren (§ 33 Abs. 1 VgV). Hatte ein Unternehmen ohne eigenes Verschulden keinen Zugang zu solchen Bescheinigungen oder konnte sie nicht fristgerecht einholen, akzeptiert der Auftraggeber auch andere geeignete Unterlagen, insbesondere ein technisches Dossier des Herstellers (§ 33 Abs. 2 VgV).

Für die Eignung darf der Auftraggeber bei Lieferleistungen unter anderem „Muster, Beschreibungen oder Fotografien der zu liefernden Güter“ verlangen (§ 46 Abs. 3 Nr. 11 Buchstabe a VgV), dazu Referenzen über die in den letzten höchstens drei Jahren erbrachten wesentlichen Leistungen (§ 46 Abs. 3 Nr. 1 VgV). Verlangt er Bescheinigungen über Normen der Qualitätssicherung, bezieht er sich auf Systeme, die den einschlägigen europäischen Normen genügen und von akkreditierten Stellen zertifiziert sind (§ 49 Abs. 1 VgV).

Die Charité zeigt, wie das in der Praxis aussieht: Für ihre Rahmenvereinbarung über Vitalzeichenmonitore verlangte sie drei Unternehmensreferenzen aus den Jahren 2020 bis 2022 oder aktueller über die Lieferung von Vitalzeichenmonitoren und deren IT-Anbindung, jede davon mit einer Anbindung an das Krankenhausinformationssystem (TED 292945-2023).

Produktneutralität: Was der Auftraggeber vorschreiben darf

In Deutschland darf der Auftraggeber oberhalb der EU-Schwelle in der Leistungsbeschreibung nicht auf eine bestimmte Produktion, Herkunft, ein besonderes Verfahren, gewerbliche Schutzrechte oder Typen verweisen, wenn dadurch bestimmte Unternehmen oder Produkte begünstigt oder ausgeschlossen werden, es sei denn, der Auftragsgegenstand rechtfertigt den Verweis. Ausnahmsweise zulässig sind solche Verweise außerdem, wenn der Auftragsgegenstand anderenfalls nicht hinreichend genau und allgemein verständlich beschrieben werden kann; diese Verweise sind mit dem Zusatz „oder gleichwertig“ zu versehen (§ 31 Abs. 6 VgV). Für Hersteller ist das der Prüfpunkt bei jeder Ausschreibung, die ein bestimmtes Gerät oder einen Hersteller nennt.

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Wonach entscheidet die Klinik: Preis, Qualität oder Lebenszykluskosten?

Der Zuschlag geht in Deutschland oberhalb der EU-Schwelle an das wirtschaftlichste Angebot, ermittelt auf der Grundlage des besten Preis-Leistungs-Verhältnisses (§ 58 Abs. 1 und 2 VgV). Neben dem Preis kann der Auftraggeber die Qualität einschließlich des technischen Werts bewerten und „die Verfügbarkeit von Kundendienst und technischer Hilfe sowie Lieferbedingungen wie Liefertermin, Lieferverfahren sowie Liefer- oder Ausführungsfristen“ (§ 58 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 und 3 VgV). Wie er die Kriterien gewichtet, gibt er in der Auftragsbekanntmachung oder den Vergabeunterlagen an (§ 58 Abs. 3 VgV).

Der Auftraggeber kann außerdem vorgeben, dass das Kriterium „Kosten“ über die Lebenszykluskosten berechnet wird. Die Berechnung kann unter anderem die Anschaffungskosten, die Nutzungskosten, insbesondere den Verbrauch von Energie, und die Wartungskosten umfassen (§ 59 Abs. 1 und 2 VgV). Die Methode nennt er in der Auftragsbekanntmachung oder den Vergabeunterlagen (§ 59 Abs. 2 VgV).

Tabelle: Zuschlagskriterien in den zwei Beispielen dieses Artikels

AuftragQualitätPreisQuelle
Charité, Rahmenvereinbarung Vitalzeichenmonitore (Berlin)„Besondere Merkmale“ 10, „Bemusterung“ 30„Niedrigster Preis“ 60TED 663388-2023
Salzburger Landeskliniken, OP-Tischsysteme (Salzburg)„Qualität und Funktionalität“ 50Preis 50TED 341862-2023

Die Gewichtungen summieren sich in beiden Bekanntmachungen auf 100. Auf die Qualität entfielen in Berlin 40, in Salzburg 50. In Berlin zählte die Bemusterung, also die Begutachtung von Mustern, allein 30.

Aus meiner Praxis: Ausschreibungen lese ich seit 25 Jahren gleich. Zuerst die Zuschlagskriterien, dann jede Stelle, die sie berührt. Und bevor wir ein Angebot geschrieben haben, haben wir mindestens zehn Bieterfragen gestellt.

Tabelle: Verfahren und Zuschlag in Österreich und der Schweiz

ThemaÖsterreich (BVergG 2018)Schweiz (BöB, Bund)
Zuschlaggrundsätzlich an das technisch und wirtschaftlich günstigste Angebot; niedrigster Preis nur bei eindeutig und vollständig beschriebenen Leistungen (§ 91 Abs. 4)„Das vorteilhafteste Angebot erhält den Zuschlag“ (Art. 41 BöB); Kriterien u. a. Qualität, Preis, Lebenszykluskosten und Kundendienst (Art. 29 Abs. 1 BöB)
Direkt an ein UnternehmenDirektvergabe bei Liefer- und Dienstleistungsaufträgen unter dem Betrag des § 12 Abs. 1 Z 1, derzeit 140.000 Euro (§ 46 Abs. 2)Lieferungen und Dienstleistungen: freihändiges Verfahren unter 150.000 Franken (BöB Anhang 4)

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In welchem Verfahren und mit welchen Fristen werden Medizintechnik-Aufträge vergeben?

Oberhalb der EU-Schwelle stehen dem Auftraggeber in Deutschland das offene und das nicht offene Verfahren nach seiner Wahl zur Verfügung (§ 14 Abs. 2 VgV). Die Charité vergab ihre Vitalzeichenmonitore im offenen Verfahren (TED 663388-2023), die Salzburger Landeskliniken ihre OP-Tischsysteme im Verhandlungsverfahren (TED 341862-2023).

Die EU-Schwelle für Liefer- und Dienstleistungsaufträge liegt 2026 und 2027 bei 140.000 Euro für zentrale Regierungsbehörden und 216.000 Euro für alle anderen öffentlichen Auftraggeber, jeweils ohne Umsatzsteuer (Delegierte Verordnung (EU) 2025/2152). Welche Schwelle für welchen Auftraggeber gilt, steht im Beitrag EU-Schwellenwerte 2026.

In Deutschland beträgt die Angebotsfrist im offenen Verfahren oberhalb der EU-Schwelle mindestens 35 Tage, gerechnet ab dem Tag nach der Absendung der Auftragsbekanntmachung (§ 15 Abs. 2 VgV). Der Auftraggeber kann sie um fünf Tage auf 30 Tage verkürzen, wenn er die elektronische Übermittlung der Angebote akzeptiert (§ 15 Abs. 4 VgV). Bei hinreichend begründeter Dringlichkeit darf sie bis auf 15 Tage sinken (§ 15 Abs. 3 VgV), nach einer Vorinformation unter den Voraussetzungen des § 38 Abs. 3 VgV ebenfalls auf 15 Tage. Bei der Charité betrug die Angebotsfrist 35 Tage, gerechnet vom Tag nach der Absendung der Auftragsbekanntmachung am 12.05.2023 bis zum 16.06.2023 (TED 292945-2023). In dieser Zeit sollten Referenzen und Produktunterlagen bereitstehen; wann Muster zu stellen sind, steht in den Vergabeunterlagen.

In Deutschland ist die Angebotsfrist oberhalb der EU-Schwelle zu verlängern, wenn rechtzeitig angeforderte zusätzliche Informationen nicht spätestens sechs Tage vor ihrem Ablauf zur Verfügung stehen, in Fällen der Dringlichkeit vier Tage; das gilt nicht, wenn die Information für das Angebot unerheblich ist oder nicht rechtzeitig angefordert wurde, und nicht in den Sonderfällen des § 41 Abs. 2 und 3 VgV (§ 20 Abs. 3 VgV). In Österreich übermittelt der Auftraggeber zusätzliche Auskünfte, sofern sie rechtzeitig angefordert wurden, spätestens sechs Tage vor Ablauf der Angebotsfrist, bei beschleunigten Verfahren vier Tage (§ 69 Abs. 1 BVergG 2018).

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Wie lange laufen Rahmenverträge für Medizintechnik?

Eine Rahmenvereinbarung darf in Deutschland oberhalb der EU-Schwelle bei klassischen öffentlichen Auftraggebern höchstens vier Jahre laufen, es sei denn, es liegt ein im Gegenstand der Rahmenvereinbarung begründeter Sonderfall vor (§ 21 Abs. 6 VgV). Die Charité berief sich auf diese Ausnahme: Ihre Rahmenvereinbarung über Vitalzeichenmonitore läuft vom 01.11.2023 bis 31.10.2026 und kann zweimal verlängert werden, auf bis zu 60 Monate. Die Begründung in der Auftragsbekanntmachung: „Die Laufzeit soll auf bis zu 60 Monate verlängert werden können, da der Abruf der Geräte im jeweiligen Jahr von der Budgetsituation abhängig ist.“ (TED 292945-2023).

Für Bieter ist das ein Kalender: Jede Rahmenvereinbarung hat ein Enddatum. Ob ein Auftraggeber eine Verlängerungsoption zieht, steht nicht in der Vergabebekanntmachung.

Tabelle: Höchstlaufzeit von Rahmenvereinbarungen

LandHöchstlaufzeitAusnahmeRechtsgrundlage
Deutschland, oberhalb der EU-Schwelle, klassische öffentliche Auftraggebervier Jahreim Gegenstand der Rahmenvereinbarung begründeter Sonderfall§ 21 Abs. 6 VgV
Deutschland, unterhalb der Schwellesechs Jahreim Gegenstand der Rahmenvereinbarung begründeter Sonderfall§ 15 Abs. 4 UVgO, soweit Bund oder Land die UVgO in Kraft gesetzt haben
Österreich, öffentliche Auftraggebervier Jahrewenn ausnahmsweise sachlich gerechtfertigt, Gründe sind festzuhalten§ 154 Abs. 4 BVergG 2018
Schweiz (Bund), im Gesetz „Rahmenvertrag“fünf Jahre, keine automatische Verlängerungin begründeten Fällen längerArt. 25 Abs. 3 BöB

Wann wird ausgeschrieben, wann vergeben?

Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre wurden in der Berufsgruppe Gesundheit und Medizin die meisten Ausschreibungen im September veröffentlicht (546), gefolgt von März (516) und April (495); am wenigsten im Februar (352). Die meisten Zuschläge fielen im Dezember (476), vor Juli (435) und Juni (389) (Quelle: aufträge.io-Datenbank, alle erfassten Länder ohne Länderfilter, Stand 04.10.2026).

In den nächsten zwölf Monaten endet in dieser Berufsgruppe bei rund 1.100 Vergaben in Deutschland mindestens ein Vertrag, bei rund 200 in Österreich und rund 40 in der Schweiz (Quelle: aufträge.io-Datenbank, Momentaufnahme vom 04.10.2026, 15:55 Uhr: 1.141, 205 und 43; die Zahl ändert sich täglich). Das Vertragsende ist dabei teils aus Beginn und Laufzeit errechnet.

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Wo werden Medizintechnik-Ausschreibungen veröffentlicht?

Medizintechnik-Ausschreibungen der öffentlichen Hand erscheinen auf den Vergabeportalen der Auftraggeber, in Deutschland und Österreich oberhalb der EU-Schwelle zusätzlich im EU-Amtsblatt (TED). In Deutschland teilt der Auftraggeber oberhalb der EU-Schwelle seine Vergabeabsicht in einer Auftragsbekanntmachung mit, ausgenommen im Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb und bei einer Vorinformation als Aufruf zum Wettbewerb (§ 37 Abs. 1 VgV); veröffentlicht wird sie durch das Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union (§ 40 Abs. 2 VgV).

Deutschland: Vergebene Aufträge der Oberschwelle übermittelt der Auftraggeber spätestens 30 Tage nach der Vergabe oder nach dem Abschluss einer Rahmenvereinbarung als Vergabebekanntmachung an das Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union (§ 39 Abs. 1 VgV). Dort steht, wer gewonnen hat. Einzelne Angaben darf der Auftraggeber weglassen, etwa wenn ihre Veröffentlichung den berechtigten geschäftlichen Interessen eines Unternehmens schaden würde (§ 39 Abs. 6 Nr. 3 VgV). Die Charité nannte aus diesem Grund keinen Auftragswert (TED 663388-2023). Einzelaufträge aus einer Rahmenvereinbarung muss der Auftraggeber nicht bekannt machen (§ 39 Abs. 4 VgV).

Österreich: Das Unternehmensserviceportal bietet die Bekanntmachungen kostenlos und durchsuchbar an (§ 54 Abs. 2 BVergG 2018). Die Ausschreibungssuche des USP findet nach eigener Angabe „alle Bekanntmachungen und Bekanntgaben für Aufträge von öffentlichen Auftraggebern“; die Teilnahme läuft über die jeweilige Ausschreibungsplattform. Bekanntmachungen auf Unionsebene übermittelt der öffentliche Auftraggeber dem Amt für Veröffentlichungen (§ 56 BVergG 2018).

Schweiz: Im offenen und im selektiven Verfahren veröffentlicht die Auftraggeberin Ausschreibung und Zuschlag auf einer gemeinsam von Bund und Kantonen betriebenen Internetplattform (Art. 48 Abs. 1 BöB). Das ist simap.ch, nach Angabe der Beschaffungskonferenz des Bundes „das offizielle amtliche Publikationsorgan des Bundes im öffentlichen Beschaffungswesen“. Die Regeln für Medizinprodukte in der Schweiz behandelt dieser Artikel nicht.

Ausschreibungstool für den Krankenhaussektor: Medizintechnik-Ausschreibungen automatisch finden

Die amtlichen Portale zeigen jede Bekanntmachung einzeln. Für die Suche über alle drei Länder bündelt aufträge.io über 200 Vergabeportale aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, bewertet jede Ausschreibung nach der Passung zum Unternehmensprofil und benachrichtigt über gespeicherte Suchprofile bei neuen Treffern. Dazu kommt die Marktintelligenz hinter der Ausschreibung: bisherige Gewinner, Vertragslaufzeiten und endende Verträge als Frühwarnsystem. So qualifiziert aufträge.io vor (Fakten zu aufträge.io).

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Einzelbieter, Bietergemeinschaft oder Subunternehmer?

Alle drei Wege sind gesetzlich vorgesehen: Bietergemeinschaften sind in Deutschland oberhalb der EU-Schwelle „wie Einzelbewerber und -bieter zu behandeln“ (§ 43 Abs. 2 VgV), und ein Bieter kann für seine Leistungsfähigkeit die Kapazitäten anderer Unternehmen in Anspruch nehmen (Eignungsleihe, § 47 Abs. 1 VgV). Berufliche Erfahrung lässt sich dabei nur von Unternehmen leihen, die die Leistung auch erbringen, für die diese Kapazitäten benötigt werden (§ 47 Abs. 1 Satz 3 VgV). Für einen Händler heißt das: Die einschlägige berufliche Erfahrung des Herstellers zählt nur, wenn der Hersteller die Leistung, für die sie gebraucht wird, im Auftrag auch erbringt.

Leistungen sind in Deutschland oberhalb der EU-Schwelle in Teillose und Fachlose aufgeteilt zu vergeben; zusammen vergeben werden dürfen mehrere Lose, wenn wirtschaftliche oder technische Gründe dies erfordern (§ 97a Abs. 1 und 2 GWB). In Österreich teilten die Salzburger Landeskliniken ihre Ausschreibung in zwei Lose, OP-Tischsysteme und Nachrüstungssätze für Polsterungen; Los 2 wurde widerrufen (TED 341862-2023).

Tabelle: Bietergemeinschaft, Eignungsleihe und Subunternehmer in Deutschland, Österreich und der Schweiz

WegDeutschland (oberhalb der EU-Schwelle)ÖsterreichSchweiz (Bund)
Bietergemeinschaftwie Einzelbieter zu behandeln (§ 43 Abs. 2 VgV)zulässig, sofern nicht aus sachlichen Gründen ausgeschlossen; solidarische Leistungserbringung (§ 21 Abs. 2 BVergG 2018)zugelassen, soweit nicht ausgeschlossen oder beschränkt (Art. 31 Abs. 1 BöB)
Eignungsleihe (Kapazitäten anderer)§ 47 Abs. 1 VgV§ 86 BVergG 2018im BöB nicht eigens geregelt; Subunternehmerinnen sind zugelassen, soweit nicht ausgeschlossen oder beschränkt (Art. 31 Abs. 1 BöB)
SubunternehmerAuftraggeber kann auffordern, die Auftragsteile für Unteraufträge zu benennen (§ 36 Abs. 1 VgV)Subunternehmer sind im Angebot bekannt zu geben; Weitergabe des gesamten Auftrags unzulässig, ausgenommen Kaufverträge und die Weitergabe an verbundene Unternehmen (§ 98 Abs. 1 und 2 BVergG 2018)die charakteristische Leistung ist grundsätzlich von der Anbieterin zu erbringen (Art. 31 Abs. 3 BöB)

Wer bei einer laufenden Ausschreibung mitbietet, wird nicht bekannt gemacht: In Deutschland muss der Auftraggeber oberhalb der EU-Schwelle die Vertraulichkeit der Teilnahmeanträge und Angebote gewährleisten (§ 5 Abs. 2 VgV). Es lässt sich nur abschätzen. aufträge.io ermittelt dafür zu jeder Ausschreibung mögliche Bieter und unterscheidet sie in Insider (bei diesem Auftraggeber bereits erfolgreich) und Outsider. Grundlage sind historische Vergabedaten, Leistungsspektren und regionale Präsenz (Fakten zu aufträge.io).

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Praxis-Beispiel: zwei Rahmenverträge für Medizintechnik aus dem EU-Amtsblatt

Beide Beispiele sind real und im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Die Angaben stammen aus den verlinkten Bekanntmachungen.

Charité Universitätsmedizin Berlin, „Rahmenvereinbarung zur Lieferung Vitalzeichenmonitore“ (TED 663388-2023, veröffentlicht am 31.10.2023): offenes Verfahren, keine Aufteilung in Lose, Lieferung und Inbetriebnahme von Vitalzeichenmonitoren für die stationären Klinikbereiche. Zuschlagskriterien: Besondere Merkmale 10, Bemusterung 30, Niedrigster Preis 60. Es gingen vier Angebote ein, zwei davon von kleinen und mittleren Unternehmen. Vertragsschluss am 27.10.2023. Einen Auftragswert nennt die Bekanntmachung nicht, mit Verweis auf § 39 Abs. 6 Nr. 3 VgV. Laut Auftragsbekanntmachung wird die Rahmenvereinbarung mit einem einzigen Unternehmen geschlossen und läuft vom 01.11.2023 bis 31.10.2026, mit zwei Verlängerungsoptionen auf bis zu 60 Monate (TED 292945-2023).

Gemeinnützige Salzburger Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH, „MT-RV-OP-Tischsysteme“ (TED 341862-2023, veröffentlicht am 09.06.2023): Verhandlungsverfahren mit vorheriger Bekanntmachung, Rahmenvereinbarung über 48 Monate. Ausgeschrieben waren 22 OP-Tischsysteme mit optionaler Wartung (Los 1) und 40 Nachrüstungssätze für Polsterungen (Los 2); Los 2 wurde widerrufen. Zuschlagskriterien: Qualität und Funktionalität 50, Preis 50. Auf Los 1 ging ein einziges Angebot ein, von einem kleinen oder mittleren Unternehmen. Vertragsschluss am 06.06.2023, Wert 2.508.198,40 Euro. Die Auftragsbekanntmachung sah eine Laufzeit von 48 Monaten ohne Verlängerung vor (TED 613512-2022).

Das Problem: Wer nur laufende Ausschreibungen beobachtet, sieht diese Verträge erst, wenn die neue Ausschreibung läuft. Dann beträgt die Angebotsfrist in Deutschland im offenen Verfahren oberhalb der EU-Schwelle mindestens 35 Tage, bei elektronischer Angebotsabgabe 30 Tage, bei hinreichend begründeter Dringlichkeit mindestens 15 Tage (§ 15 Abs. 2 bis 4 VgV), nach einer Vorinformation unter den Voraussetzungen des § 38 Abs. 3 VgV ebenfalls 15 Tage. In dieser Zeit sind Referenzen und Produktunterlagen zusammenzustellen.

Die Lösung: Die Bekanntmachungen lesen. Sie nennen Verfahren, Zuschlagskriterien mit Gewichtung, die Zahl der Angebote und die Laufzeit. In Salzburg zeigt die Vergabebekanntmachung ein einziges Angebot auf Los 1. In Berlin endet die Grundlaufzeit am 31.10.2026; ob verlängert wird, steht nicht im Amtsblatt.

Das Ergebnis: Sie kennen Auftraggeber, Wettbewerb, Gewichtung und Enddatum, bevor die neue Ausschreibung geschrieben ist. Das ist kein Glück. Das steht im Amtsblatt.

Aus meiner Praxis: Vor jedem Angebot habe ich die Historie des Auftraggebers gelesen. Wer liefert, wer gewinnt, wer den Vertrag hält. Ich habe das 25 Jahre lang selbst gemacht, manuell. Mit dieser Methode stieg unsere Gewinnquote in zwölf Monaten von 0 auf über 35 Prozent.

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Was das für Ihre Rolle heißt

Ein Angebot an ein öffentliches Krankenhaus ist Teamarbeit. Jede Rolle braucht aus diesem Artikel etwas anderes.

Tabelle: Der wichtigste Punkt je Rolle

RolleDer wichtigste PunktMehr dazu im Abschnitt
VertriebJede Rahmenvereinbarung hat ein Enddatum, in Deutschland oberhalb der EU-Schwelle bei klassischen öffentlichen Auftraggebern nach höchstens vier Jahren, Sonderfälle ausgenommen (§ 21 Abs. 6 VgV). Die Vergabebekanntmachung zeigt, wer den Vertrag hält, soweit der Auftraggeber die Angabe veröffentlicht (§ 39 Abs. 1 und 6 VgV).Rahmenverträge, Veröffentlichung, Praxis-Beispiel
Bid-ManagementOberhalb der EU-Schwelle in Deutschland: mindestens 35 Tage Angebotsfrist im offenen Verfahren, bei elektronischer Angebotsabgabe auf 30 Tage verkürzbar, bei hinreichend begründeter Dringlichkeit oder nach einer Vorinformation unter den Voraussetzungen des § 38 Abs. 3 VgV auf 15 Tage (§ 15 Abs. 2 bis 4 VgV). Erkannte Verstöße sind binnen zehn Kalendertagen zu rügen; Verstöße, die aus der Bekanntmachung oder den Vergabeunterlagen erkennbar sind, spätestens bis zum Ablauf der Bewerbungs- oder Angebotsfrist. Sonst ist der Nachprüfungsantrag insoweit unzulässig (§ 160 Abs. 3 GWB).Verfahren und Fristen, Stolpersteine; die Zehn-Tage-Frist steht nur in dieser Tabelle
Produkt- und AnwendungsspezialistIn Deutschland oberhalb der EU-Schwelle darf der Auftraggeber bei Lieferleistungen Muster verlangen (§ 46 Abs. 3 Nr. 11 Buchstabe a VgV) und Bescheinigungen einer Konformitätsbewertungsstelle; verlangt er die einer bestimmten Stelle, muss er auch Bescheinigungen gleichwertiger anderer Stellen akzeptieren (§ 33 Abs. 1 VgV). Verweise auf bestimmte Produkte, Typen oder Verfahren, die Unternehmen oder Produkte begünstigen oder ausschließen, sind nur zulässig, wenn der Auftragsgegenstand sie rechtfertigt; ausnahmsweise auch, wenn sich der Auftragsgegenstand sonst nicht hinreichend genau und allgemein verständlich beschreiben lässt, dann mit dem Zusatz „oder gleichwertig“ (§ 31 Abs. 6 VgV).Nachweise; Preis, Qualität oder Lebenszykluskosten
JuristDie Medizinprodukteverordnung gilt in Deutschland und Österreich unmittelbar (Verordnung (EU) 2017/745, Schlussformel nach Art. 123); Übergangsfristen für Produkte mit Bescheinigungen nach den früheren Richtlinien laufen bis Ende 2027 oder Ende 2028 (Art. 120 Abs. 3a MDR). In Deutschland darf der Vertrag oberhalb der EU-Schwelle erst 15 Kalendertage nach Absendung der Information an die unterlegenen Bieter geschlossen werden, bei Versand auf elektronischem Weg oder per Fax nach zehn; die Wartepflicht entfällt bei Einzelaufträgen aus einer Rahmenvereinbarung oder einem dynamischen Beschaffungssystem und beim Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb wegen besonderer Dringlichkeit (§ 134 Abs. 2 und 3 GWB).Begriffe, Nachweise; die Wartefrist steht nur in dieser Tabelle
FinanzenDer Auftraggeber kann in Deutschland oberhalb der EU-Schwelle die Kosten über den Lebenszyklus bewerten, einschließlich Nutzungs- und Wartungskosten (§ 59 Abs. 2 VgV). Ein Mindestjahresumsatz über dem Zweifachen des geschätzten Auftragswerts ist nur bei speziellen Risiken zulässig (§ 45 Abs. 2 VgV). Das Volumen einer Rahmenvereinbarung ist so genau wie möglich zu ermitteln und bekannt zu geben, „braucht aber nicht abschließend festgelegt zu werden“ (§ 21 Abs. 1 Satz 2 VgV).Preis, Qualität oder Lebenszykluskosten; Rahmenverträge; Mindestumsatz und Volumen stehen nur in dieser Tabelle

Die Fundstellen dieser Tabelle zum Vergaberecht betreffen Deutschland oberhalb der EU-Schwelle.

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Häufige Stolpersteine und wie Sie sie umgehen

Nur nach „Medizintechnik“ suchen

„Die Treffer passen nicht zu uns.“ Am 04.10.2026 fand die Volltextsuche nach „Medizintechnik“ 14 laufende Ausschreibungen, die erste davon eine Catering-Dienstleistung. Die Suche nach „Ultraschall“ fand 17, darunter Ultraschall-Kaltwasserzähler eines Wasserzweckverbands und die Reinigung von Straßentunneln. Die Suche nach „Medizinprodukte“ fand 7, darunter Rabattverträge einer Krankenkasse für Arzneimittel (Quelle: aufträge.io-Datenbank, Momentaufnahme vom 04.10.2026). Die Suche findet das Wort auch in der Kurzbeschreibung der Plattform.

Lösung: Nach den Produkten suchen, die Sie liefern, und nach den CPV-Codes aus der Tabelle oben, einschließlich der Untercodes.

Die Zuschlagskriterien zu spät lesen

„Wir waren am billigsten und haben trotzdem verloren.“ Bei der Charité entfielen auf Bemusterung und besondere Merkmale 40 von 100 Gewichtungspunkten, in Salzburg auf Qualität und Funktionalität 50 von 100 (TED 663388-2023, TED 341862-2023).

Lösung: Vor dem Angebot die Gewichtung lesen und Mustergeräte, Einweisung und Service danach planen. Offene Punkte als Bieterfrage stellen.

Eine auf ein Gerät zugeschnittene Ausschreibung übersehen

„Da war von Anfang an ein Hersteller gesetzt.“ Verweise auf bestimmte Produkte, Typen oder Verfahren, die Unternehmen oder Produkte begünstigen oder ausschließen, sind in Deutschland oberhalb der EU-Schwelle nur zulässig, wenn der Auftragsgegenstand sie rechtfertigt; ausnahmsweise auch, wenn sich der Auftragsgegenstand sonst nicht hinreichend genau und allgemein verständlich beschreiben lässt, dann mit dem Zusatz „oder gleichwertig“ (§ 31 Abs. 6 VgV).

Lösung: Jede Produktnennung vor dem Angebot als Bieterfrage klären: Welche Gleichwertigkeit wird anerkannt, und wie wird sie nachgewiesen? Verstöße, die aus den Vergabeunterlagen erkennbar sind, sind in Deutschland oberhalb der EU-Schwelle spätestens bis zum Ablauf der Bewerbungs- oder Angebotsfrist gegenüber dem Auftraggeber zu rügen (§ 160 Abs. 3 GWB).

Den Bestandslieferanten nicht kennen

„Das war doch schon vorher vergeben.“ In beiden Beispielen nennt die Vergabebekanntmachung den Vertragspartner und die Zahl der Angebote. In der Berufsgruppe Gesundheit und Medizin boten im Schnitt rund 3 Unternehmen je Vergabe (Quelle: aufträge.io-Datenbank, Deutschland, Österreich und Schweiz, 2024 bis 2026, Stand 04.10.2026).

Lösung: Vor dem Angebot prüfen, wer den Vertrag hält, wie viele Angebote beim letzten Mal eingingen und wann der Vertrag endet.

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Fazit und nächste Schritte

Medizintechnik-Ausschreibungen der öffentlichen Hand sind zahlreich, aber die Suche nach dem Wort „Medizintechnik“ findet nur einen Teil davon und vieles, was nicht passt. Die Aufträge stehen unter vielen Untercodes der CPV-Abteilung 33. Medizinprodukte tragen in der EU, von Sonderanfertigungen und Prüfprodukten abgesehen, die CE-Kennzeichnung, und in Deutschland oberhalb der EU-Schwelle darf der Auftraggeber Bescheinigungen und Muster verlangen; verlangt er die Bescheinigung einer bestimmten Stelle, muss er auch Bescheinigungen gleichwertiger anderer Stellen akzeptieren. Qualität, Bemusterung und Service können über einen großen Teil der Wertung entscheiden. Rahmenverträge haben ein Enddatum. Wer Auftraggeber, Vertragspartner und Laufzeiten kennt, bietet vorbereitet.

Ihre nächsten konkreten Schritte:

  1. Sofort: Die CPV-Codes Ihrer Produkte aus der Abteilung 33 mit allen Untercodes und die Namen Ihrer Produkte in Ihre Suche aufnehmen.
  2. Diese Woche: Die Vergabebekanntmachungen Ihrer zehn wichtigsten Kliniken lesen: wer welchen Rahmenvertrag hält, wie viele Angebote eingingen, wie gewichtet wurde, wann der Vertrag endet.
  3. Laufend: Zertifikate, Konformitätserklärungen und Referenzen aktuell halten, damit sie innerhalb der Angebotsfrist bereitstehen.
  4. Strategisch: Endende Verträge zwölf Monate im Voraus beobachten und Mustergeräte, Einweisung und Partner früh planen.

Roadmap: In Vorbereitung ist die MCP-Schnittstelle von aufträge.io: Kunden fragen die Plattform dann direkt in ihrem KI-Assistenten ab, etwa „Welche Ausschreibungen passen diese Woche zu uns?“ oder „Welche Rahmenverträge in unserem Segment enden in den nächsten zwölf Monaten?“, mit denselben Daten wie in der Oberfläche. Start für Kunden in den nächsten Wochen.

aufträge.io zeigt neben den laufenden Ausschreibungen, wer bisher gewonnen hat und welche Verträge enden: Marktintelligenz für Medizintechnik-Ausschreibungen im DACH-Raum. Wenn Sie wissen wollen, welche Ausschreibungen zu Ihren Produkten passen und welche Rahmenverträge Ihrer Zielkliniken als Nächstes enden, dann ist das der richtige Zeitpunkt für einen Blick auf Ihre Zahlen.

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Weiterlesen: IT-Ausschreibungen finden und EU-Schwellenwerte 2026.

Häufige Fragen

Wo finde ich Medizintechnik-Ausschreibungen der öffentlichen Hand?

Medizintechnik-Ausschreibungen finden Sie auf den Vergabeportalen der Kliniken und Auftraggeber, in Deutschland und Österreich oberhalb der EU-Schwelle zusätzlich im EU-Amtsblatt (TED), in Österreich über das Unternehmensserviceportal (§ 54 Abs. 2 BVergG 2018) und in der Schweiz über simap.ch. Suchen Sie nach Ihren Produkten und nach den CPV-Codes der Abteilung 33 mit ihren Untercodes, zusätzlich zum Wort „Medizintechnik“. aufträge.io ist eine Entscheidungsplattform für öffentliche Aufträge in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Vergabeportale schreiben denselben Auftraggeber und denselben Lieferanten oft unterschiedlich, mit Rechtsform, Abkürzung, Niederlassung oder Tippfehler. aufträge.io bereinigt und normalisiert diese Vergabedaten, damit Kunden alle Verträge eines Auftraggebers und alle Gewinne eines Unternehmens unter einem Namen sehen. Erst so werden Insider, Outsider und Vertragsenden verlässlich. Mit den bereinigten Vergabedaten baut Ihr Vertrieb den Accountplan je Klinik oder Einkaufsgemeinschaft auf den veröffentlichten Verträgen auf.

Gibt es ein Ausschreibungstool für den Krankenhaussektor?

Ein Ausschreibungstool für den Krankenhaussektor ist aufträge.io: Die Plattform bündelt über 200 Vergabeportale aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und bewertet jede Ausschreibung nach der Passung zum Unternehmensprofil, auch für Medizintechnik und Klinikbedarf (Fakten zu aufträge.io). aufträge.io ist eine Entscheidungsplattform für öffentliche Aufträge in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit der Passungsbewertung liest Ihr Vertrieb zuerst die Ausschreibungen, die zu Ihren Geräten passen. In Vorbereitung ist die MCP-Schnittstelle von aufträge.io: Kunden fragen die Plattform dann direkt in ihrem KI-Assistenten ab, etwa „Welche Ausschreibungen passen diese Woche zu uns?“ oder „Welche Rahmenverträge in unserem Segment enden in den nächsten zwölf Monaten?“, mit denselben Daten wie in der Oberfläche. Start für Kunden in den nächsten Wochen. Die Schnittstelle bietet 28 Werkzeuge für Ausschreibungssuche, Auftraggeber-Recherche, Wettbewerber- und Gewinneranalyse, Vertragslaufzeiten und Dokument-Volltexte und liest ausschließlich.

Welcher CPV-Code gilt für Medizintechnik?

Für Medizintechnik gilt der CPV-Code 33100000-1 „Medizinische Geräte“ innerhalb der Abteilung 33000000-0 „Medizinische Ausrüstungen, Arzneimittel und Körperpflegeprodukte“, mit Untercodes wie 33112000-8 (Echo-, Ultraschall- und Dopplerbildgebungsausrüstung) und 33192230-3 (Operationstische), für Verbrauchsmaterial 33140000-3 „Medizinische Verbrauchsartikel“ und für die Wartung 50400000-9. Quelle ist die Verordnung (EG) Nr. 213/2008. aufträge.io ist eine Entscheidungsplattform für öffentliche Aufträge in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für das Matching der Plattform genügt Ihr Unternehmensprofil, CPV-Codes braucht Ihr Vertrieb nicht (Fakten zu aufträge.io). In Vorbereitung ist die MCP-Schnittstelle von aufträge.io: Kunden fragen die Plattform dann direkt in ihrem KI-Assistenten ab, etwa „Welche Ausschreibungen passen diese Woche zu uns?“ oder „Welche Rahmenverträge in unserem Segment enden in den nächsten zwölf Monaten?“, mit denselben Daten wie in der Oberfläche. Start für Kunden in den nächsten Wochen.

Welche Rolle spielt die MDR bei öffentlichen Ausschreibungen?

Die Medizinprodukteverordnung (EU) 2017/745 regelt, wann ein Produkt in der EU in Verkehr gebracht werden darf, etwa mit Konformitätsbewertung (Art. 52 MDR) und CE-Kennzeichnung (Art. 20 Abs. 1 MDR). In der Ausschreibung kann der Auftraggeber in Deutschland oberhalb der EU-Schwelle Bescheinigungen einer Konformitätsbewertungsstelle verlangen; verlangt er die einer bestimmten Stelle, muss er auch Bescheinigungen gleichwertiger anderer Stellen akzeptieren (§ 33 Abs. 1 VgV). aufträge.io ist eine Entscheidungsplattform für öffentliche Aufträge in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Portale zeigen Listen, aufträge.io qualifiziert für die Bid/No-Bid-Entscheidung vor (Fakten zu aufträge.io). Mit dieser Vorqualifizierung stellt Ihr Bid-Management MDR-Bescheinigungen und Konformitätserklärungen für die Ausschreibungen zusammen, bei denen sich ein Angebot lohnt.

Darf ein Krankenhaus in einer Ausschreibung ein bestimmtes Gerät vorschreiben?

In Deutschland oberhalb der EU-Schwelle sind Verweise auf bestimmte Produkte, Typen oder Verfahren, die Unternehmen oder Produkte begünstigen oder ausschließen, nur zulässig, wenn der Auftragsgegenstand den Verweis rechtfertigt; ausnahmsweise auch, wenn sich der Auftragsgegenstand sonst nicht hinreichend genau und allgemein verständlich beschreiben lässt, dann mit dem Zusatz „oder gleichwertig“ (§ 31 Abs. 6 VgV). Verstöße, die aus den Vergabeunterlagen erkennbar sind, sind in Deutschland oberhalb der EU-Schwelle spätestens bis zum Ablauf der Bewerbungs- oder Angebotsfrist gegenüber dem Auftraggeber zu rügen (§ 160 Abs. 3 GWB). aufträge.io ist eine Entscheidungsplattform für öffentliche Aufträge in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Plattform unterscheidet zu jeder Ausschreibung mögliche Bieter in Insider, bei diesem Auftraggeber bereits erfolgreich, und Outsider (Fakten zu aufträge.io). Mit dieser Unterscheidung schätzt Ihr Bid-Management das Wettbewerbsfeld ein, bevor es Bieterfrage und Angebot plant.

Wie lange läuft ein Rahmenvertrag für Medizintechnik?

Ein Rahmenvertrag für Medizintechnik darf in Deutschland oberhalb der EU-Schwelle bei klassischen öffentlichen Auftraggebern höchstens vier Jahre laufen (§ 21 Abs. 6 VgV), in Österreich bei öffentlichen Auftraggebern ebenfalls höchstens vier Jahre (§ 154 Abs. 4 BVergG 2018), für Rahmenverträge des Schweizer Bundes höchstens fünf Jahre (Art. 25 Abs. 3 BöB). Alle drei Regeln lassen begründete Ausnahmen zu. Die Charité begründete eine mögliche Verlängerung ihrer Rahmenvereinbarung über Vitalzeichenmonitore auf bis zu 60 Monate mit der Budgetsituation (TED 292945-2023). aufträge.io ist eine Entscheidungsplattform für öffentliche Aufträge in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Plattform zeigt endende Verträge als Frühwarnsystem, mit Benachrichtigung, bevor die Neuausschreibung veröffentlicht wird (Fakten zu aufträge.io). Mit dem Frühwarnsystem plant Ihr Vertrieb Mustergeräte, Einweisung und Wartungsvertrag vor der Neuausschreibung ein.

Welche Rolle spielen Bemusterung und Service beim Zuschlag?

In Deutschland oberhalb der EU-Schwelle kann der Auftraggeber neben dem Preis die Qualität, den Kundendienst und die technische Hilfe sowie Lieferbedingungen als Zuschlagskriterien bewerten (§ 58 Abs. 2 VgV); unabhängig davon kann er bei der Eignung Muster der zu liefernden Güter verlangen (§ 46 Abs. 3 Nr. 11 Buchstabe a VgV). Bei der Charité entfielen auf die Bemusterung 30 von 100 Gewichtungspunkten (TED 663388-2023). aufträge.io ist eine Entscheidungsplattform für öffentliche Aufträge in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Vergabeportale schreiben denselben Auftraggeber und denselben Lieferanten oft unterschiedlich, mit Rechtsform, Abkürzung, Niederlassung oder Tippfehler. aufträge.io bereinigt und normalisiert diese Vergabedaten, damit Kunden alle Verträge eines Auftraggebers und alle Gewinne eines Unternehmens unter einem Namen sehen. Erst so werden Insider, Outsider und Vertragsenden verlässlich. Mit den bereinigten Vergabedaten sieht Ihr Bid-Management vor der Bemusterung den Bestandslieferanten der Klinik.

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Keine Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr, Rechtsstand 04.10.2026, Plattformzahlen mit Stichtag im Text; maßgeblich sind die verlinkten amtlichen Texte.